Der ursprünglich als Eishockeyverein gegründete SC Forst ist mittlerweile ein Sportverein mit 349 Mitgliedern, die sich auf mehrere Sportarten verteilen. So haben sich neben dem Eishockey die Sparten Tennis, Eisstockschiessen und Gymnastik mit großer Begeisterung entwickelt und sind heute fest etabliert. Vorstand des Vereins ist Josef Resch, der Eishockeyabteilung steht Lorenz Barfüßer, der von seinen Spielern nur „Präsi“ genannt wird, nun schon seit 30 Jahren vor.
1965 beschlossen sechzehn einheimische „Eishockeyverrückte“, unter ihnen Heribert Frühholz, einen Verein zu gründen, um ihren Lieblingssport im ortseigenen Natureisstadion endlich geordnet betreiben zu können, denn bis dahin waren sie nur in sporadisch ausgemachten Freundschaftsspielen ihrem Hobby nachgegangen.
Die Eishockeymannschaft begann ihre Jagd nach Punkten, 1966/67 in der Bezirksliga, der ehemaligen Natureisliga. Unvergessen sind aus jenen Tagen die hart umkämpften Lokalderbys gegen Apfeldorf und Hohenfurch bei denen immer riesige Stimmung herrschte. Es dauerte bis zur Saison 1983/84 ehe sich das Team für die Landesliga qualifizierte und aufstieg. Zu der Zeit betrieb die Eishockeyabteilung, aufgrund der großen Nachfrage, erfolgreich eine Nachwuchsmannschaft, die zwei Mal, 1987/88 und in der darauffolgenden Saison 1988/89 Bayerischer Schülermeister in der Natureisliga wurde.
In den Jahren 1992 und 1993 erlebte die 1.Mannschaft ein Wechselbad der Gefühle. Obwohl 1992 der Bayerische Landesligapokal errungen wurde, war nach achtjähriger Zugehörigkeit zur Landesliga, im Frühjahr 1993 der Abstieg in die Bezirksliga leider nicht mehr zu vermeiden.
Nach vier harten Jahren in der untersten bayerischen Liga erkämpften sich die SCF´ler 1997/98, in zwei Matches gegen den EV Pfronten, überlegen den Titel des bayerischen Bezirksligameisters und schafften somit den Wiederaufstieg in die Landesliga. Seit der Saison 1998/99 gehören die Forster Eishockeyspieler, die sich seit der Jahrtausendwende Nature Boyz nennen, der Landesliga an, in der sie in unzähligen Begegnungen beeindruckende Leistungen zeigten und dadurch Forst in ganz Bayern bekannt machten. Die Auswärtspunktspiele führten die Spieler im Laufe der Jahre quer durch Bayern. Beispielhaft seien Selb, Würzburg, Nürnberg, Trostberg, Ulm, Memmingen, Bad Reichenhall und Lindau erwähnt.
Unvergessen bleiben die Begegnungen gegen den ECDC Memmingen (2001), die Starbulls Rosenheim (2002), den SC Riessersee (2004) und den VER Selb (2007). Memmingen, beispielsweise, kam damals als Tabellenführer zu den Forstern. Der Sieg für den übermächtigen Gast schien nur noch Formsache zu sein, aber weit gefehlt. Die Nature Boyz gewannen das allerletzte Vorrundenspiel 6:2 und schickten die Memminger Indians völlig deprimiert heim, denn damit fielen sie auf den 3.Tabellenplatz zurück und durften nicht an der Bayernligaaufstiegsrunde teilnehmen. Das Weilheimer Tagblatt betitelte damals den Spielbericht mit Memmingen erlebt in Forst sein Unterhaching. Gegen Rosenheim traf das Team auf den Ex-Nationalspieler „Mondi“ Hilger, der sich beim 4:3 Sieg seiner Mannschaft dreimal in die Torschützenliste eintrug. Riessersee musste, ähnlich wie Rosenheim und Landsberg, aufgrund finanzieller Probleme, einen Neuanfang in der Bezirksliga starten. Es gab vier Begegnungen gegeneinander, von denen die Forster zwei gewannen und eines verloren. Emotional am beeindruckendsten war das Gastspiel in Selb vor 1600 Zuschauern, das die Forster Akteure nach engem Spielverlauf, zehn Minuten vor der Schlusssirene lagen sie nur 3:4 zurück, mit 3:6 verloren. „Vor einer solchen Kulisse spielen zu dürfen ist sensationell“, waren sich alle Beteiligten einig.
Die Eishockeymannschaft des SC Forst ist im heutigen Landesligaspielbetrieb als Exot zu betrachten. Als reines Amateurteam, ohne eigenem Kunsteisstadion, steht es in ungleicher Konkurrenz mit finanzkräftigen Vereinsmannschaften, wie z.B. dem EV Lindau, der sich eine teure Mannschaft mit ausländischen Spielern leisten kann. Die Nature Boyz finanzieren sich, dank großer Eigeninitiative und einiger Sponsoren, selbst, wobei das Team um Abteilungsleiter Lorenz Barfüßer eine Menge Freizeit für den Erhalt des Forster Traditionssportes investiert.
In den letzten dreizehn Jahren der Landesligazugehörigkeit wechselten sich Erfolg und Misserfolg in unregelmäßiger Reihenfolge ab. Mal erreichte man die attraktive Meisterschaftsrunde und dann wieder die Abstiegsrunde, aber bis auf die Saison 2009/10 geriet das Team nie ernsthaft in Gefahr abzusteigen. Obwohl die finanzstarken Konkurrenten immer mehr aufrüsten, bleiben die Forster „auf dem Teppich“. Auch wenn es ihnen eines Tages finanziell möglich wäre, würden sie dieses Wettrüsten auch in der Zukunft nicht mitmachen!
Textquelle: Dirk Lademann

Fahre mit den Nature Boyz
am Freitag den 10.02.2012
zum Auswärtsspiel nach
Obersdorf mit!
Anmeldungen unter
info@sc-forst.de
(Mitfahrpreis 15,- €)
nächstes und letztes
Heimspiel der Saison
am Sonntag den
05.02.2012 um 19.30
im Peißenberger Eistadion
Nature Boyz -
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