Nature Boyz – ESC Kempten 3:5

Als im zweiten Drittel die Sanitäter aufs Eis eilten, bahnte sich nichts gutes an. Christian Kratzmeier kniete mit Schmerzen auf der blauen Linie und hielt sich seinen rechten Oberarm. Kurz zuvor hatte er einen anstürmenden Kemptner Spieler fair an der Bande gestellt. Einem nachrückenden Kemptner Spieler wollte Kratzmeier noch die frei liegende Scheibe wegziehen, streckte sich unterm Checken des ersten Spielers nach dem Puck und fiel dabei unglücklich auf seinen rechten Arm. Er verletze sich am Arm so schlimm, dass die erste Diagnose der Sanitäter ein glatter Oberarmbruch lautete. Doch die Diagnose im Murnauer Unfallklinikum sollte schlimmer ausfallen als man dachte. Kein Oberarmbruch, der noch vergleichsweise leicht zu „reparieren“ wäre, sondern ein Kapselriss, Gelenkopf Splitterbruch und einige Bänder welche das Schultergelenk zusammenhalten wurden mit in Leidenschaft gezogen. Ob diese gerissen sind werden erst weitere Untersuchungen zeigen.

An dieser Stelle möchte die gesamte Mannschaft, Trainer und Vorstandschaft Christian gute Besserung und baldige Genesung wünschen.

Das bedeute natürlich ein abruptes Ende für den Verteidiger und auch das vorzeitige Spielende in dieser Saison. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Nature Boyz 1:3 hinten gegen eine Kemptner Mannschaft, die schon das Hinspiel gegen die Forster deutlich mit 8:1 gewann. In dieser Phase des Spieles hatten die Nature Boyz alle Hände voll zu tun, um nicht noch höher in Rückstand zu geraten, denn es war die drangvollste Phase der Kemptener.
Das Spiel begann zunächst gut für die Forster, sie hielten den Gegner vom eigenen Tor fern und suchten selbst den Weg Richtung Kemptner Tor. Ein sehr gut aufgelegter Forster Goalie Michael Stephan hielt alle gefährlichen angriffe der Kemptner, welche sich trotz guter Defensivarbeit der Forster Mannschaft ergaben, bravourös. Er musste lediglich in der 8. Minute hinter sich greifen als Kubena mit einem verdeckten  Schuss die Kemptner mit 0:1 in Führung brachte. Doch keine halbe Minute später glich Christian Arpke mit platziertem Schuss aus vollem Lauf aus. Die Forster erspielten sich in Folge nach und nach gute Torchancen, nutzten diese aber wieder einmal nicht. „Das ist doch zum Haare raufen“ klagte Trainer Max Vogl. Im zweiten Durchgang verloren die Nature Boyz Anfangs etwas den spielerischen Faden, Kempten kam immer besser ins Spiel und erzielte in den Minuten 27. und 30 die Treffer zwei und drei. Wobei festzuhalten gilt, dass beide Unparteiischen am diesen Abend kein glückliches Händchen bewiesen und dass über die gesamte Partie hinweg. Nach zwei gespielten Dritteln mussten die Nature Boyz insgesamt sieben mal auf die Strafbank und der ESC Kempten nicht ein einziges mal. Dabei war die Kemptener Mannschaft in den ersten 40. Minuten wesentlich näher am unfairen Foulspiel als die Forster. So kam es dann auch, dass zwei der drei Kemptener Treffer, im Drittel eins und zwei, aus Forster Sicht in unterzahl fielen. Dass ein ständiges Spiel mit nur vier Feldspielern an den Kräften und somit auch die Konzentration zerrt, kann sich ein jeder, der etwas vom Eishockey versteht, vorstellen. Und wenn ein Großteil dieser Strafzeiten gegen eine Mannschaft aus harmlosen Gründen verhängt wird, kann dies durchaus bei dem einen oder anderen Zuschauer Zweifel an der Objektivität der Unparteiischen hervorrufen. Nichts desto trotz schaffte Matthias Reil in der 38. Minute noch den Anschlusstreffer zum 2:3 Pausenstand. Er nutze ein Getümmel vor dem Kemptner Tor und verwandelte eiskalt. Im letzten Drittel mobilisierten die Nature Boyz noch mal alle Kräfte, um doch noch den Ausgleich zu erzielen. In derr 46. Minute war es dann Schmidt, der im ersten Überzahlspiel der Nature Boyz den Ausgleich erzielte. Dem Tor ist ein satter Schuss von der blauen Linie durch Estermeier vorausgegangen. Diesen konnte Kemptens Torwart Schubert nur abprallen lassen, genau auf den Schläger von Gasda, dieser spielte den Puck kurz quer und Schmidt schob ein. Endlich belohnte sich das Forster Team und die Aussichten auf einen Punktgewinn waren zu diesem Zeitpunkt gut. Doch zwei Unaufmerksamkeiten in der bis dahin guten Forster Hintermannschaft, bescherte den Kemptnern zwei weitere Tore (53. und 56. Minute) und somit beide Punkte. Die Forster hätten aber, dem Spielverlauf nach, zumindest einen Punkt verdient gehabt. Coach Vogl stellte nach dem Spiel fest „... am Ende haben wir uns das Spiel selbst kaputt gemacht. Gegen diese Kemptner Mannschaft war heute mehr drin, wir hätten auch gewinnen können ...“

Tore
1.Drittel
0:1 – 07:06 Kubena
1:1 – 07:35 Arpke/Steininger/Burger

2.Drittel
1:2 – 26:33 Stöckl/Endrass/Jörg
1:3 – 29:28 Jörg/Stöckl
2:3 – 37:49 Reil/Jungwirth

3.Drittel
3:3 – 45:49 Schmidt/Gasda/Estermeier
3:4 – 52:23 v. Sigritz/Kubena
3:5 – 55:37 Schneider/Albl/v. Sigritz

Strafen
SC-Forst 20 plus 5+Spieldauerdisziplinar Strafe für Schmidt Ellenbogencheck
ESC Kempten 8